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Altersarmut wächst rasant

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Noch Anfang 2011 hielten Politiker Altersarmut für ein Randproblem. Dabei war das zu diesem Zeitpunkt schon komplett falsch. Selbst ein mathematisch mittelmäßig Begabter hätte sich das schon um die Jahrhundertwende ausrechnen können. Man fragt sich, ob das die hochbezahlten Beamten und Berater im Bundesministerium für Arbeit und Soziales „übersehen“ haben, von dem Minister mal ganz abgesehen.

Darauf gibt es nur ein Antwort, diese Entwicklung war und ist politisch gewollt. (Juristen nennen das „billigend in Kauf genommen“. Dolus eventualis.) Manche würden sagen, es ist eine kalte Enteignung, doch treffender wäre der Begriff Diebstahl. Das klingt provokativ, doch es trifft den Kern. Die Altersarmen wurden bestohlen (natürlich muss differenziert werden, doch hier geht es zunächst um das der Altersarmut zu Grunde liegende Prinzip).

Während ein Ladendieb mit aller Härte bestraft wird, bleibt der Diebstahl an einer ganzen Generation ungesühnt, ja er wird nicht mal als solcher erkannt. Doch selbst wenn das erkannt würde, wer sind die Diebe, die man zur Rechenschaft ziehen könnte? Dazu müsste der Sumpf der politischen Korruption trocken gelegt werden. Doch wer könnte das tun?

Betrachten wir die aktuellen Zahlen. (Zum vergrößern auf die Grafik klicken oder nutzen sie die Zoomfunktion Ihres Browsers)

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Waren es 2005 „nur“ 342.000 Rentner die eine Grundsicherung bezogen haben, stieg die Zahl in 2012 auf 465.000. Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Zählt man die Erwerbsunfähigen, die Grundsicherung beziehen, hinzu, sieht das so aus.

Empfänger von Grundsicherung in Deutschland bis 2012
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Die große Welle der Altersarmut kommt erst

Die aktuellen Zahlen sind nur eine leichte Brise, die eine kleine Welle vor sich her  treibt. Schon in den nächsten fünf Jahren wird aus einer relativ kleinen Welle eine Tsunami werden, wie diese Grafik zeigt.

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Die Grafik zeigt die Zahl der Erwerbstätigen in der Altersgruppe 65 Jahre und älter. Unterteilt in Selbständige, für 2012  (386.000) und abhängig Beschäftigte (440.000).  Ob die Selbständigen ausreichend für ihr Alter vorgesorgt haben, ist unbekannt. Aus dieser Gruppe wird ein wahrscheinlich erheblicher Anteil in die Grundsicherung in den nächsten Jahren fallen.

Auch bei den abhängig Beschäftigten, die wohl zu einem Großteil eine Minirente aufbessern wollen, wird sicherlich eine erhebliche Anzahl in die Grundsicherung fallen.  Doch auch das ist noch nicht das Ende der Fahnenstange. Hinzu kommen noch die ca. 400.000 Minijober älter 65 Jahre.

Über die Ursachen dieser Entwicklung und die Diebe in einem weiteren Beitrag mehr.

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