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War Jesus Cäsar?

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Über kaum eine historische Person wurden und werden so viele Bücher geschrieben wie über Jesus. Es gibt etwa 40.000 deutschsprachige Bücher mit dem Thema Jesus, weltweit sind es um die 400.00 Titel. Monatlich kommen ca. 50 Titel hinzu. Doch wer war Jesus? Hat er wirklich in der uns überlieferten Form existiert?

Diese und ähnliche Fragen sind nicht neu. Vermehrt tauchten diese in der Epoche der Aufklärung (spätes 17. Jahrhundert bis Ende 18. Jahrhunderts) auf.

„Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen.“

Immanuel Kant: Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung? (1784)

Noch treffender bringt es Dorinda Outram in „The Enlightenment“ (1995) auf den Punkt.

„Aufklärung war der Wunsch danach, dass menschliche Angelegenheiten von der Vernunft geleitet werden, anstatt durch Religion, Aberglauben oder Offenbarung; und der Glaube an die Kraft der menschlichen Vernunft die Gesellschaft zu verändern und das Individuum von den Fesseln der Tradition oder der willkürlichen Autorität zu befreien. All dies gestützt durch eine Weltanschauung, die zunehmend durch die Wissenschaft anstatt durch Religion oder Tradition validiert wird.“

Die Wissenschaft machte Boden gut. Da war es nur folgerichtig, die Existenz Jesus zu untersuchen. Doch es wurden keine belastbaren Belege für die Existenz von Jesus gefunden. Er taucht in Aufzeichnungen von Chronikern, die zu jener Zeit gelebt hatten gar nicht auf. In Anbetracht der von ihm vollbrachten Wunder seltsam.

Noch seltsamer ist, das es von diesem Jesus kein einziges Schriftstück gibt, was einige Forscher zu dem Schluss führt, das es „diesen“ Jesus nicht gab.

Die Person Jesus bietet jede Menge Spielraum für Spekulationen und Theorien.

Wir haben mit dem Autor des Buches „War Jesus Cäsar? – 2000 Jahre Anbetung einer Kopie“ ein Interview geführt, weil dieses Buch sich ausschließlich an belegte und nachprüfbare Fakten hält. Der Autor führt in eine neue Sichtweise von Jesus ein.

Dieses 1999 erschienene Buch ist im Buchhandel nicht mehr erhältlich, kann aber hier als Gebrauchtes erworben werden.

2012 erschien im Ludwig Verlag eine Neuausgabe mit dem Titel „War Jesus Cäsar? – Artikel und Vorträge Eine Suche nach dem römischen Ursprung des Christentums“.

Aus bekannten Gründen verlinken wir nicht zu Amazon, das Buch kann direkt vom Verlag bezogen werden.

Und hier das Interview mit Francesco Carotta:

interview1 from michael poost on Vimeo.

Weiterführende Informationen auf der Webseite des Autors: carotta.de

Update:

Mit Einverständnis des Autors, kann hier das Buch im PDF-Format herunter geladen werden: War Jesus Cäsar?

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8 Kommentare

  1. Pingback: Interview mit Francesco Carotta zu War Jesus Caesar? (2012) | DIVVS·IVLIVS

  2. Pingback: Ist Jesus das Produkt einer Verschwörung? › aristo blog

  3. Habe das Buch bereits vor 13 Jahren gelesen und bin seit dem vom Kirchen Wahnsinn befreit. Auch wenn die einzelnen Punkte und Beleg nicht jeden überzeugen muessen. Die plausible Idee das Jesus eine schlecht übersetzte und tradierte Kopie der Cäsaren Biorgrafie ist, hat was. Wer so tief am Fundament unseres Christlichen Abendlands gerüttelt hat der hinterfragt die Religion insgesamt nur noch kritischer. Und bei mir ist am Ende nur ein System des Machterhalts von Menschen sichtbar.

    • Was eigentlich schade ist, denn wenn Carotta recht hat (was ich auch denke), dann war das Christentum am Anfang eine Bewegung von unten, eine Religion des Volkes, der normalen Leute, der Armen, der Bauern und Veteranen… und der Frauen. Denn für all die hatte sich Caesar ganz besonders eingesetzt. Die Wurzel für den heutigen Machtapparat wäre dann bereits bei Augustus zu verorten bzw. bei den Auswirkungen seiner Herrschaft auf den Ur-Kult und die Evangelien.

  4. Die erstmalige Erkenntnis, wie eine ideale Zivilgesellschaft, in der es automatisch das Beste für alle bedeutet, wenn der Einzelne nur das Beste für sich anstrebt, technisch zu verwirklichen ist – und nichts anderes -, machte den Propheten Jesus von Nazareth zur berühmtesten Persönlichkeit der Welt, auf der bis heute die planetare Zeitrechnung basiert:

    (NHC III,5) Der Herr sagte: „Ihr habt alle Dinge verstanden, die ich euch gesagt habe, und ihr habt sie im Glauben angenommen. Wenn ihr sie erkannt habt, dann sind sie die Eurigen. Wenn nicht, dann sind sie nicht die Eurigen.“

    Wir sollen Jesus also nicht anbeten, sondern ihn – bzw. seine Erkenntnis – verstehen: Wahre Nächstenliebe ist nicht irgendeine „Moral“, sondern das Prinzip Eigennutz = Gemeinnutz! Und „der Herr“ war Jesus für die Urchristen (Gnostiker = Wissende) nicht, weil er etwa aufgrund einer „höheren göttlichen Moral“ Macht über sie hatte (die Macht hatten Geisteszwerge, die sich „Römische Kaiser“ nannten), sondern weil er über ein einzigartiges Wissen verfügte, das einige Wenige in Ansätzen, aber noch niemand ganz verstehen konnte:

    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2013/10/glaube-aberglaube-unglaube.html

  5. 1. Woher weißt Du, dass er „Jesus“ hieß? „Jesus“ steht nicht in den Originalmanuskripten; da steht nur „IC“. Das könnte genauso gut für „Ioulios“ (Julius) stehen. (C ist das sichelförmige Sigma = S auf griechisch.)

    2. Woher weißt Du, dass er aus Nazareth stammte? „Nazareth“ ist eine spätere Hinzufügung im Evangelientext, und wenn doch nicht, dann wäre „Nazarat“ die Urform. Die Urtexte haben stattdessen Nazoräer, Nazarener usw., was mit Nazareth nichts zu tun hat. Man kann noch nicht mal mit Sicherheit sagen, dass damals ein Ort namens „Nazareth“ existierte.

    3. Wie kannst Du sagen, dass auf ihm die Zeitrechnung basiert? Die Zeitenwende ist vielleicht auf Christus bezogen, aber in Wahrheit kann sein Geburtsdatum nicht bestimmt werden, ja es kann noch nicht mal belegt werden, dass er überhaupt existiert hat. Die Berechnung der Zeit (die Ordnung, der Kalender), die wir heute benutzen, geht vielmehr auf Caesar zurück.

    4.a. Wieso redest Du von Nächstenliebe? Das ist nichts speziell christliches, denn das steht ja schon in der jüdischen Bibel. Die spezielle christliche Revolution ist die Feindesliebe, und die finden wir bereits bei Caesar. (Aber nur so zur Info: Die Nächstenliebe war auch bei Caesar sehr wichtig; wenn ich mich nicht täusche, hat er sogar das erfunden, was wir heute institutionell als Caritas kennen.)

    4.b. Zusatzfrage: Wie kann Nächstenliebe etwas mit Eigennutz zu tun haben? Primär geht es doch darum, anderen zu helfen, dass diese einen Nutzen haben. Eigennutz entsteht höchstens zum Schluss über den (möglichen aber nicht sicher folgenden!) Nutzen für die Gemeinschaft. Manchmal bedeutet es auch einfach nur, dass ein paar arme Schlucker was zu futtern haben. Direkter Eigennutz entsteht (wenn überhaupt) nur über die emotionale Belohnung, anderen geholfen zu haben, aber dass daraus Gemeinnutz entsteht, ist gar nicht zwingend.

    5. Was sind die Belege dafür, dass die Gnostiker die Urchristen waren? (Gemeint ist, so interpretiere ich, doch die Gnosis des 1. Jahrhunderts, nicht der „Gnostizismus“ aus späterer Zeit.) Alle Forscher sagen, dass die Gnosis als spätere Strömung entstand, als das Christentum bereits existierte. Du müsstest also belegen, dass es nicht nur Vorläufer der Gnosis gab, sondern dass die Gnosis selbst bereits im Entstehungskern des Christentums existierte, was bedeutet, dass sie auch im Evangelium des Markus prominent enthalten ist, und dass es zur textuellen Urschicht gehört. Das wäre ein sehr interessantes Thema für einen Fachartikel in einer wissenschaftlichen Zeitschrift. Aber auch ein schwieriges: Es ist z.B. wahrscheinlicher, dass der „Demiurg“ (der „Handwerker“), d.h. der höchste Gott in der Gnosis einfach nur eine Variante des „Tekton“ (des „Handwerkers“) im Evangelium ist. In Wahrheit sind aber beide eine Variante des „pontifex“, des Hohenpriesters, der Caesar war (pontifex als „Brückenbauer“, ergo als „Handwerker“ bzw. neu interpretiert als „Zimmermann“.) Ein und dasselbe. Können wir es untermauern? Nun, in einem kanonischen Brief (Hebräer, glaube ich), wird Christus als „Hoherpriester“ verehrt, aber explizit auch in einem himmlischen, göttlichen Kontext. Das könnte vielleicht eine parallele (aber leider auch eine frühere!) Variante zum gnostischen Demiurg sein, auf jeden Fall aber eine dritte Variante von Caesar als Gott und Pontifex.

    6. Bitte belege uns, dass alle römischen Kaiser „Geisteszwerge“ waren. Der namensgebende Kaiser, der Caesar, d.h. der Julius, war ganz sicher kein Geisteszwerg, sondern das genaue Gegenteil. Und wenn ich mir die Schriften des einen oder anderen späteren Kaisers anschaue, sind die ganz sicher klüger, intellektueller, intelligenter, gewandter geschrieben als das Gefasel der christlichen Sekten aus dem 2. und 3. Jahrhundert.

    7. Allgemeine Frage: Wäre es nicht besser, beim Thema des Artikels bzw. des Interviews zu bleiben, statt ideologisch rumzutrollen? Es ist schon genügend Werbung überall, wenn ich das Haus verlasse.

  6. In der originalen Heiligen Schrift (die Bibel nur bis Genesis_11,9 sowie ein wesentlicher Teil der Nag Hammadi Schriften), die dadurch gekennzeichnet ist, dass ihre Verfasser die wirkliche Bedeutung der in Genesis_3 mit genialen archetypischen Bildern und Metaphern exakt umschriebenen Erbsünde kannten, geht es immer und ausschließlich um die Basis allen menschlichen Zusammenlebens und die grundlegendste zwischenmenschliche Beziehung in einer arbeitsteiligen Zivilisation, der Welt des Kulturmenschen: Makroökonomie und Geld. Adam und Eva repräsentieren nicht die ersten Urmenschen nach den letzten Menschenaffen (eine völlig unsinnige Vorstellung), sondern die ersten zivilisierten Menschen, die sich von ihren Vorfahren dadurch unterscheiden, dass sie Geld benutzen und in einer Marktwirtschaft leben. Und weil das so ist, hat eine „moderne“ Menschheit, die bereits Raumfahrt betreibt, etwas im Grunde so Einfaches wie das Geld noch immer nicht verstanden und lebt bis heute in der Erbsünde:

    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2011/07/die-ruckkehr-ins-paradies.html

    „Wie kann Nächstenliebe etwas mit Eigennutz zu tun haben?“

    Die richtige Frage wäre gewesen:

    „Wie kann Nächstenliebe etwas mit Eigennutz = Gemeinnutz zu tun haben?“

    Ausführliche Antwort:

    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2013/10/wohlstand-fur-alle.html

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