aristo blog

nachrichten die man nicht überall findet

20 Jahre Tafeln in Deutschland – Wem nützt die Armut?

| 2 Kommentare

Vor 20 Jahren eröffnete in Berlin die erste Tafel in Deutschland. Ein trauriges Jubiläum, welches in den Medien keinen Platz hatte. Aktuell gibt es über 1.100 Tafeln die ca. 3.000 Ausgabestellen betreuen. In 2012 wurden ca. 140.000 Tonnen Lebensmittel an Bedürftige ausgegeben.

Pro Woche werden ca. 1.8 Mio. Menschen von den Tafeln mit Lebensmitteln versorgt. Das sind nur Zahlen. Zahlen, die nichts darüber aussagen, welche Überwindung und welcher Not es bedarf, um eine Tafel aufzusuchen. Aber diese Zahlen sind ein Indikator. Ein Indikator für die zunehmende Verarmung unserer Gesellschaft.

Dabei ist diese Verarmung nicht die Summe von tragischen Einzelschicksalen, sondern strukturell bedingt und von der Politik verursacht. Interessanterweise gab es den größten Zuwachs an Tafeln im Jahr 2005, Hartz-IV trat in Kraft, nämlich von 400 auf über 540 Tafeln. Zufall?

Tafeln in Not

Zahlreiche Tafeln haben einen Aufnahmestopp für Bedürftige, es fehlt an Lebensmitteln. Doch diese Tatsache erscheint bestenfalls als Randnotiz in den Medien:

Tafeln schlagen Alarm

Die Armut wächst. Hamburgs Tafeln, die Lebensmittel an Bedürftige kostenlos verteilen, wenn sie ihre Bedürftigkeit nachweisen, stehen vor dem Kollaps. Weil immer mehr Menschen offenbar nicht mehr genug Geld zum Essen aufbringen können, müssen die Tafeln inzwischen Nachfrager abweisen, weil sie nicht genügend Lebensmittel zum Verteilen haben. Die Spenden von Unternehmen und Restaurants gehen offenbar zurück, unter anderem deshalb, weil darauf geachtet wird, Überproduktionen zu vermeiden. Das aber sind die Kontingente, aus denen die Armen in der Stadt gespeist werden.

Welt

So oder ähnlich geht es vielen Tafeln in Deutschland. Dabei hätte jeder Hartz-IV-Bezieher „Anspruch“ auf Lebensmittel durch Tafeln. Unerfüllbar. Aber Merkel verkündet, Deutschland gehe es gut.

„Es wäre fatal, wenn die politischerseits gern gesehene Tafelbewegung dazu beiträgt, dass sich der Staat mit Hinweis auf die Bürgergesellschaft aus der Daseinsvorsorge seiner Bürger sukzessive zurückzieht.“
– Deutscher Caritas-Verband-

Hier verweisen wir auf ein Interview mit:

Prof. Dr. Heinz Sünker, Prof. Dr. Helga Spindler, Dr. Rudolf Martens, Prof. Dr. Michael Vester, Prof. Dr. Klaus Dörre, Prof. Dr. Stefan Selke, und Martin Behrsing.

Unterstützen Sie dieses Blog wenn sie mögen-

2 Kommentare

  1. Caritas und Tafel?

    Das sind die Sozialschmarotzer des Systems. Warum? Diplom Pädagogen mit 3.200 Euro brutto im Monat beim Caritas Sozialwarenkaufhaus der beim Arbeitslosenzentrum beschäftigt leben doch alle auf Kosten der Arbeitslosen.

    Jobcenter als illegale Arbeitnehmerüberlassungen? Eingliederungsvereinbarungen statt Arbeitsverträge

    Sie malochen, wie reguläre Möbelträger, Lagerarbeiter, Verkäufer, Hausmeister und Thekenfachkräfte beim Caritas Sozialwarenkaufhaus in Vollzeit für mindestens 6 Monate und bekommen keinen ortsüblichen Tarif-Lohn dafür.

    Wer sind diese Menschen? Es sind keine Heinzelmännchen oder Aschenbrödel, sondern arbeitslose Menschen, welche freiwillig eine Eingliederungsvereinbarung (EGV) unterschrieben haben, um dann anschließend von den Jobcentern oder ARGEN an Wirtschaftsunternehmen überlassen zu werden.

    Höre ich richtig? Das Jobcenter als Arbeitnehmerüberlassung? Ja, sogar als illegale Arbeitnehmerüberlassung ! Die Arbeitnehmerüberlassung erkennt man am klassischen Dreiecksverhältnis zwischen dem Kunden (Arbeitslosen), dem Entleihbetrieb (beispielsweise dem Sozialwarenkaufhaus Caritas oder anderen Wirtschaftsunternehmen) und dem Verleiher (Jobcenter) selbst. Und was ist daran jetzt illegal?

    Die Verleiher (Jobcenter) hatten ursprünglich gar nicht vor die reguläre Arbeit, als Arbeit zu deklarieren, sonst wären die Jobcenter nämlich sofort unter die Arbeitnehmerüberlassungsgesetze gefallen und ihre Kunden (Arbeitslosen) unter das Arbeitsrecht mit allen daraus sich ergebenen Konsequenzen, wie ortüblichen Lohn/Gehalt, Urlaubsgeld und Weihnachtsgeld usw).

    Stattdessen hatten die Jobcenter einfach die reguläre Arbeit fälschlicherweise als gemeinnützige Arbeit bezeichnet, um ihren eigenen Kunden (Arbeitslosen) statt dem ortsüblichen Tariflohn nur die im Sozialgesetzbuch (SGB) definierte Mehraufwandsentschädigung von maximal 150 Euro/Monat zu zugestehen.

    Zu ganz anderer Auffassung hingegen kommen die Arbeitsgerichte, welche die vermeintlichen gemeinnützigen Arbeiten als reguläre Arbeiten ansehen und Verleiher und Entleiher für einen nachträglich zu zahlenden ortsüblichen Tariflohn verurteilen.

    Spätestens jetzt wird allen Arbeitsgerichten auch klar, warum die Mehraufwandsentschädigung (MAE) einer Arbeitsgelegenheit umgangssprachlich 1-Euro-Job genannt auf keinen Fall Lohn heißen durfte. Lohn und Gehalt sind nämlich steuer- und sozialversicherungspflichtig.

    So soll die Mehraufwandsentschädigung (MAE) unter vorgehaltener Hand gegenüber den Arbeitslosen oft als Lohn zur Motivation der Arbeitsaufnahme erklärt worden sein, obwohl sie streng genommen nur im Falle eines tatsächlichen finanziellen Mehraufwandes an den Arbeitslosen hätte ausbezahlt werden dürfen.

    Außerdem bezahlte der Verleiher (Jobcenter) dem Entleiher (Wirtschaftsunternehmen) eine monatliche sogenannte Fallkostenpauschale in Höhe von rund 310 Euro für jeden überlassenen Kunden (Arbeitslosen; arbeitsrechtlich natürlich Arbeitnehmer). Früher mußte man als Industriebetrieb Arbeiter bezahlen, heute bekommt ein Entleihbetrieb Arbeiter gratis und noch dazu Geld oben drauf. Der Arbeiter bringt quasi noch Geld mit.

    Pro Bundesland soll es 30.000 Ein-Euro-Jobs, richtig heißt es Arbeitsgelegenheiten mit Mehraufwandsentschädigung, geben. 16 Bundesländer x 30.000 Ein-Euro-Jobber pro Bundesland x 310 Euro/Monat x 12 Monate = 1785,6 Millionen Euro pro Jahr. (Nach 6 Monaten werden die 1 Euro Jobber gegen “Neue” ausgewechselt).

    Auch wurde den Arbeitsgerichten klar warum die Tätigkeiten von vorn herein nur auf 6 Monate begrenzt worden waren – nämlich um den Kündigungsschutz zu umgehen.

    Können die Jobcenter als illegale Arbeitnehmerüberlassungen einfach so weitermachen? Ja, aber nur solange, wie Eingliederungsvereinbarungen (EGV) von ahnungslosen und arbeitslosen Menschen freiwillig unterschrieben werden.

    Würden alle 960.000 Ein-Euro-Jobber ihren ortsüblichen Tarif-Lohn vor ihren Arbeitsgerichten einklagen, wäre morgen die Angelegenheit “reguläre Arbeit als gemeinnützig zu erklären” schon verboten. Solch eine Menge an Klagen abzuarbeiten schaffen die Arbeitsgerichte nicht. Man stell sich nur einmal den imensen Anspruch an nachträglichen geltend gemachten Lohn vor. Von den entgangenen Steuer und Sozialversicherungsbeiträgen ganz zu schweigen.

    Meiner Meinung nach könnten die Wirtschaftsunternehmen bei denen die Ein Euro Jobber arbeiteten schon mal alle Insolvenz anmelden. Ein Wirtschaftsunternehmen wird nämlich nicht dadurch gemeinnützig, daß man das Wort gemeinnützig vor die Rechtsform stellt beispielsweise gGmbH, sondern kennzeichnet sich dadurch das die Arbeit, die verrichtet wird auch gemeinnützig ist. Aber da reguläre Arbeit auch dem Gemein nützt, gibt es keine gemeinnützige Arbeit, sondern nur Arbeit und die ist regulär anzusehen. Dieser “Kunstgriff” wurde nur geschaffen, um die Menschen um ihren gerechten Lohn zu bringen.

    Also Finger weg von Eingliederungsvereinbarungen. Fordert Arbeitsverträge statt Eingliederungsvereinbarungen !!!

    http://aufgewachter.wordpress.com/2012/02/26/eingliederungsvereinbarungen-egv/

  2. “Gott-gewollt”

    “Während also heute die so genannte “Überproduktion” (die kein Überfluss ist) von Arbeitslosigkeit und niedrigen Löhnen, von Not und Entbehrung begleitet ist, beruht die echte, die natürliche Überproduktion auf einem wirklichen Überfluss an Ersparnissen und verursacht daher Erholung, Luxus und Lebensgenuss für alle, die es durch Fleiß und Sparsamkeit verdient haben.
    Man sagt, dass ganze Erdteile, die heute von Millionen Menschen bewohnt sind, in prähistorischen Zeiten unter Wasser gestanden hätten. Auch der Kapitalzins setzt große Gebiete der Volkswirtschaft gleichsam unter Wasser. Ihre Nutzbarmachung und Bearbeitung wird durch 4 bis 5 Prozent Zins ebenso unmöglich gemacht, als wenn ein Landgebiet von einem 4 bis 5 Meter hohen Wasserstand bedeckt ist.
    Was muss z. B. heute alles unterbleiben, weil es sich nicht “rentiert” und was könnte morgen alles in Angriff genommen werden, wenn es sich nicht zu rentieren, sondern nur die Kosten, nur die Löhne zu decken brauchte! Durch die Freigeld-Reform wird, wie am Schöpfungstage, “Land” und “Wasser” voneinander geschieden, und wirtschaftliches Neuland hebt sich aus den sinkenden Fluten des Kapitalzinses, groß genug, um alle “Überflüssigen” und “Vielzuvielen” aufzunehmen und zukünftigen Generationen Arbeit, Existenz und Wohlstand zu gewähren.”

    Georg Blumenthal (aus “Die Befreiung von der Geld- und Zinsherrschaft”, 1916)

    In der originalen Heiligen Schrift (die Bibel nur bis Genesis_11,9) heißt der Kapitalzins “Frucht vom Baum der Erkenntnis”. In der Vorstellungswelt der Dummen ist das Paradies (die freie Marktwirtschaft) jedoch ein “Obstgarten”, in dem verbotene Früchte auf “Apfelbäumchen” wachsen und nicht durch die Mehrarbeit anderer. Darum sind allgemeiner Wohlstand und der Weltfrieden für die Dummen unvorstellbar; und die “Vielzuvielen” müssen dann wohl “Gott-gewollt” sein:

    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2013/11/macht-oder-konkurrenz.html

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.