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Montagsdemos – Alle(s) rechts oder was?

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Anlass für diesen Beitrag ist ein auf Freitag erschienener Artikel von Marcus Hennemann. Angemerkt sei, dass es sich nicht um einen Redakteur von Freitag handelt, sondern um einen Blogger, der genau seit dem 14.04.2014 angemeldet ist.

Er möchte seinen Beitrag mit dem Titel „Warum man nicht auf die Montagsdemo geht“ als Gesellschaftskritik verstanden wissen.

Der Autor macht in seinem Artikel genau das, was er den Initiatoren vorwirft: Floskeln verbreiten. Wer nicht in der Lage ist, sich mit Menschen unterschiedlicher Meinung auf einen kleinsten gemeinsamen Nenner zu einigen, z.B. für Frieden einzutreten, der ist an Frieden nicht interessiert. Das sind dann genau die Typen, die, nachdem wieder alles in Schutt und Asche liegt, mit einem Schild um den Hals rumlaufen auf dem steht: Warum?

Eine auf oberflächliche Betrachtung beruhende Meinung über die Montagsdemos reicht nicht. Das ist doch genau das, was die Menschen nicht mehr wollen, aber täglich von den Medien vorgesetzt bekommen. Da muss mehr kommen. Und wer sich ungeprüft der Meinung diverser Schreiberlinge anschliesst, die Montagsdemos seien rechtslastig ausgelegt, der tut genau das, wovor die Initiatoren warnen. Glaubt nicht, sondern wisset. Doch das ist mühsam und unbequem. Paradebeispiel ist der verzweifelte Versuch, Ken Jebsen in die rechte Ecke zu stellen.

Wer Ken Jebsen unsympathisch findet, akzeptiert dieses durchsichtige Manöver eher, er glaubt das, anstatt sich mit dem zu beschäftigen, was Ken Jebsen sagt, tut und schreibt.

Jacob Jung ist über jeden Zweifel erhaben ein Rechter zu sein. Er hat sich mit den Vorwürfen gegen Ken Jebsen beschäftigt und beschreibt in seinem Artikel gleichzeitig, wie die Medien funktionieren:

Broder vs. Jebsen

Um den Arbeitsstil von Ken Jebsen kennenzulernen, empfehle ich dieses Interview mit Willy Wimmer, CDU.

Ken Jebsen im Interview mit Willy Wimmer

Lasst Euch nicht von selbsternannten Warnern mit faktenlosen Meinungen davon abhalten, sich mit den Montagsdemos inhaltlich zu beschäftigen. Ist eine in Eurer Nähe, geht hin, schnappt Euch das Mikrofon und sagt was Ihr denkt.

Informationskrieg

Wer den Begriff Frieden nur als Abwesenheit von Krieg im militärischen Sinne versteht, hat noch nicht völlig verstanden, was der Begriff Frieden bedeutet. Wir haben einen Informationskrieg, auch wenn der Begriff schon abgedroschen klingt. Es geht darin um Meinungsmacht und Deutungshoheit. Bestes Beispiel ist seit einigen Monaten die Berichterstattung über die Ereignisse in der Ukraine.

Putin der Böse, Obama und die Regierenden in der EU die Guten. Natürlich kann man dieser Meinung sein, sie beruht aber nicht auf Wissen, sondern auf Glauben. Die Berichterstattung ist einseitig und teilweise sogar verlogen. Meinungsmache eben.

Dazu hat Paul Schreyer auf Telepolis einen interessanten Artikel geschrieben.

Auf Kriegsfuß mit den Lesern – Die Leitmedien verlieren in der Russland-Berichterstattung den Kontakt zur Bevölkerung – und wundern sich nun darüber. Was steckt hinter dem seltsamen Bruch mit dem eigenen Publikum?

Weitere Beispiele für den Informationskrieg sind die geschönte Arbeitslosenstatistik, der in seiner Wirkung durchlöcherte Mindestlohn, die Mogelpackung der abschlagsfreien Rente mit 63 etc. Die Liste ließe sich beliebig verlängern.

Wirtschaftskrieg

Glaubt irgendjemand, das Griechenland ein Ort des Friedens ist? Was passiert den dort und warum? Dort geben Eltern ihre Kinder an Hilfseinrichtungen ab, weil sie sie nicht mehr ernähren können. Dort sterben Menschen, weil sie sich notwendige Medikamente nicht leisten können. Dort stecken sich gesunde Menschen mit HIV an, um in den Genuß einer Sozialrente zu kommen, damit sie überleben können. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Gesunde Menschen opfern ihre Gesundheit, damit sie nicht sterben!

Sparpakete sind Krieg gegen die Armen.

Der Krieg der Reichen gegen die Armen

Buchempfehlung: Sparprogramme töten – Die Ökonomisierung der Gesundheit

Natürlich kann man die Montagsdemos und deren Initiatoren kritisieren, aber dann doch bitte fundiert und sachlich. Doch dazu müsste man Zeit investieren und sich mit den Inhalten auseinandersetzen. Das ist unbequem, könnte doch das eigene Meinungsbild sich möglicherweise ändern.

Zum Abschluss möchten wir noch auf diesen lesenswerten Kommentar von Evelyn Hecht-Galinski hinweisen:

Die Arschlöcher auf allen Kanälen

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5 Kommentare

  1. interesanter Artikel, aber ….. wer ist Jacob Jung??
    Was ist den das für ein vulgärer Titel von Hecht-Galinski 🙂 ?
    und was hat das mit der pauschalen Verteufelung der Montagsdemos zu tun?

    Der Titel dieses Artikels verspricht eine inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Vorwurf das die Montagsdemos (neu) rechts sein sollen. Ich finde hierzu könnte man ein bischen zielgerichteter schreiben.

    Ansonsten finde ich es sehr gut von dir nicht nur einen 2 Zeiligen „Social Media“ like Kommentar zu schreiben sondern ausführlicher auf die Vorwürfe einzugehen.

  2. Für die Antifa, Ditfurth, Niemeyer und co wird endlich ein lang gehegter Traum wahr. Der Traum einer vermeintlich rechten Verschwörung aus der MItte der Gesellschaft, die ja in ihren Augen schon immer faschistoid war. Deshalb lassen sie auch nicht locker.
    Allerdings muß man auch sagen, daß v.a. der Lars Mährholz recht naiv in die Sache eingestiegen ist. Ich vermute, er hat zu viel dieser Zeitgeistfilme konsumiert und nimmt sie für bare Münze.

    • Lahrs Mährholz ist unbeholfen, da kein Medienprofi. Das macht ihn so charmant und wirkt authentisch. Ob er die Idee zur Mahnwache wirklich allein, bzw. im kleinen Kreis, entwickelt hat, wird sich in den nächsten Wochen rausstellen.

      Es bleibt abzuwarten, inwieweit sich diese Montagsdemos „stabilisieren“.

      • Ja, hat er.
        Ich bin selbst sehr zufällig über den ersten Berliner Aufruf gestolpert. Neugierde trieb mich hin.
        Ich war sehr überrascht mit welchen Enthusiasmus und nahezu kindlicher Freude der Initiator über das positive Erscheinen von einhundert Interessierten reagierte.
        Aufgeregt berichtete er allen von seiner Entscheidungsfindung – jeder konnte (und kann immer noch) sehen, wie er mit den Kontaktbeamten kommunizierte und offen Gespräche förderte. Alle Anwesenden entschieden über das weitere Erscheinungsbild mit. So ist es noch immer. Der Initiator hat aufgrund der Entwicklung nun eine große Verantwortung. Diese trägt er mit mit hoffentlich starken Schultern.
        Er begeistert, ist frech, ist auch emotional. Ist ein Mensch.
        Die Goldwaage ist nicht angebracht.
        Er hat Wünsche. Den Wunsch nach einem echten Frieden.
        Er ist nicht starr. Nicht geistig unbeweglich.
        Ansprechbar. Kein Guru.
        Gibt frei seine Daten heraus.
        Versucht für jeden einzelnen da zu sein.
        Fordert eigene Meinungen.
        Wünscht Gespräche untereinander.
        Geht hin.
        Seht und hört selbst.
        Redet. Fragt.

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