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nachrichten die man nicht überall findet

Feldpost

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Man redet wieder von Krieg. Auch der oberste Bürger dieses Landes tut es. Doch Bundespräsident Gauck nennt es “ Verantwortung übernehmen“. Deutschland darf sich nicht hinter seiner Geschichte verschanzen, so seine Aussage in seiner Eröffnungsrede (!) bei der Münchner Sicherheitskonferenz.

Manche sprechen auch von Schutzverantwortung (Responsibility to Protect), um die Begriffsverwirrung auf ein trauriges Niveau zu bringen, werden Demokratie und Menschenrechte bemüht und gipfelt in der Wortgruppe „Krieg gegen den Terror“, um Gewalt zu rechtfertigen.

Ex-Bundespräsident Horst Köhler ist zurückgetreten, weil er die Kritik an die von ihm in einem Interview ausgesprochenen Wahrheit (die Bundeswehr muss Handelswege sichern) nicht ertragen konnte oder wollte.

Gauck ist da wesentlich schmerzfreier.

Ich muss wohl sehen, dass es bei uns – neben aufrichtigen Pazifisten – jene gibt, die Deutschlands historische Schuld benutzen, um dahinter Weltabgewandtheit oder Bequemlichkeit zu verstecken. In den Worten des deutschen Historikers Heinrich August Winkler ist das eine Haltung, die Deutschland ein fragwürdiges „Recht auf Wegsehen“ bescheinigt, „das andere westliche Demokratien nicht für sich in Anspruch nehmen“ können. So kann dann aus Zurückhaltung so etwas wie Selbstprivilegierung entstehen, und wenn das so ist, werde ich es immer kritisieren.

SIKO-Rede

Und zur NSA-Überwachung.

Wir beschweren uns, zu Recht, wenn Verbündete bei der elektronischen Gefahrenabwehr über das Ziel hinausschießen. Und doch ziehen wir es vor, auf sie angewiesen zu bleiben, und zögern, eigene Fähigkeiten zur Gefahrenabwehr zu verbessern.

Wer sind denn wir? Wir sind es nicht, die Bürger. Ihr Politiker seid es, die mit vasallentreue jeden Rechtsbruch durch das US-Imperium und in dessen Fahrwasser agierenden Staaten akzeptiert.

Völkerrecht? Interessiert nicht, die BRD hat sich beteiligt und beteiligt sich an völkerrechtswidrigen Kriegen. Wen juckt das? Allenfalls einige Aluhuträger in der neuen Friedensbewegung. Das sind Verpeilte, Rechte, esoterische Spinner, die haben die Realität noch nicht begriffen. Sie reden von Frieden und Liebe. Völlig diffus, so was.

Genau, nur Panzer, Raketen und Drohnen können Frieden schaffen, Demokratie bringen und Menschenrechte schützen.

Man muss darüber nicht lange nachdenken, um zu erkennen, wie hohl die Jungs und Mädels in der Politklasse sind. Das Auswärtige Amt (AA), also das Außenministerium, beschäftigt über 15.000 Menschen. Menschen, die sich tagtäglich mit dem beschäftigen, was in der Welt so passiert. Und da kommt dann nichts bessere raus, als eine mit Faschisten besetzte, illegitime ukrainische Regierung zu sponsern?

Come on Boy, würde jetzt mein amerikanischer Freund sagen. Was so viel bedeutet wie: Das kann doch nicht sein?

Ich wundere mich nicht, ich bin fassungslos. Fassungslos auch darüber, dass die meisten Medien in das Horn der Falken blasen. Fassungslos, weil ich diese Medien, obwohl ich sie nicht lese, sehe oder höre, über Werbeeinnahmen in diesen Medien für Produkte für den täglichen Bedarf bei Kauf dieser Produkte unfreiwillig mitfinanziere, da ja die Kosten für Werbung in dem Preis für diese Produkte einkalkuliert sind.

Das Ziel

Willy Wimmer bringt es in seinem Artikel „Tragödien als moderne Sanktionsbeschleuniger“ auf den Punkt, wenn er schreibt:

Die Russen sollten nur zwei Dinge bedenken. Wenn im Kreml jemand mit einem anderen Namen sitzen würde, so wäre auch er vom amerikanischen Bannstrahl getroffen worden, weil dieser Bannstrahl nichts mit realen Vorgängen in Russland zu tun hat.

Russland ist eben dran, wie es auch jemand anderes treffen könnte. Um es allerdings deutlich zu sagen. Wer jetzt allerdings in Moskau auf die Amerikaner oder – was fast noch schlimmer ist – auf die Briten setzt, der sollte sich eingehend mit dem Schicksal des deutschen Widerstands gegen den «Führer» beschäftigen. Russland ist das Ziel.

Die ehemalige amerikanische Außenministerin Albright, Herrn Joschka Fischer auf das engste verbunden, hat es in charmanter Offenheit gesagt. Die Russen haben in einer solchen Menge Rohstoffe, dass man diese nicht alleine russischer Verfügungsgewalt überantworten sollte.

Quelle:

Feldpost

Die Generation, die Stalingrad bewusst (mit)erlebt hat, stirbt langsam aus. Die heutige Generation kann über diesen Irrsinn nur noch aus Filmen, Büchern und Tondokumenten davon erfahren. Meine drei Großonkel sind im Russlandfeldzug umgekommen. Erfahrungswissen geht verloren. Eine Generation, die den Krieg erlebt hat, wählt den Frieden, bzw. die Partei, die für den Frieden einsteht. Die SPD mit Willy Brandt und seiner Entspannungspolitik hat dieser Generation den damaligen Wahlerfolg der SPD zu verdanken. Lange ist es her.

Doch diese Generation stirbt aus. Es gibt nur noch wenige Wähler aus dieser Generation, wenn diese überhaupt noch zu einer Wahl gehen. 72 Jahre nach Stalingrad ist Deutschland wieder wer? Hier nun eine wenige Tage nach dem Original entstande Abschrift eines Briefes (das Original war nicht mehr leserlich), welcher über den Tod eines meiner Großonkel berichtet.

Wer die Handschrift nicht lesen kann, unter den Abbildungen der Klartext.

stal1stal2

Herbert Merten

Im Felde, 24.II.42

Lieber Vater Knierim,

Ich habe die traurige Pflicht, Ihnen den letzten Wunsch Ihres Sohnes Karl zu erfüllen. Es war ein tragisches Geschick, das er ausgerechnet am Tage seines Geburtstages am 24.II. bei der Abwehr eines überraschenden Angriffes russ. Falschirmtruppen fallen musste. Unser Küchenunteroffizier hatte verschiedene Sachen zu seinem Geburtstag besorgt; zu allem Überfluss gab es auch noch Post und Karl freute sich so riesig, dass ein Geburtstagsgruß seines Mädels pünktlich genau angekommen war. Wir saßen gerade beim Feiern seines Geburtstages als plötzlich Alarm kam. Mit dieser Freude auf dem Gesicht ging Karl ins Gefecht. Er stand an seinem Granatwerfer bis zuletzt, bis der Russe auf 75m herangekommen war. Immer noch feuerte er ununterbrochen mit seinem Werfer, als es einem MG der Russen gelungen war uns zu umgehen. Und dieses MG schoß aus der Flanke. Mehrere Schüsse der Garbe trafen Karl. Einer in den Kopf; einer in die Herzgegend und einer in die rechte Seite. Ohne das er einen Laut von sich geben konnte, war er sofort tot.

Der Angriff der Russen wurde abgeschlagen. Er ließ mindestens das zehnfache an Toten und Verwundeten auf dem Schlachtfeld. Beigetragen hat dazu in erster Linie der Werfer Ihres Sohnes Karl.

Wenn es einen Trost geben kann, dann nur den, das er seine soldatische Pflicht bis zur letzten Minute erfüllte. Wir alle aus seiner Granatwerfergruppe werden ihn nie vergessen. Und wenn dereinst der Sieg über den Bolschewist errungen ist und wir das Glück haben in die Heimat einzuziehen, dann steht hinter diesem Sieg das Opfer auch Ihres Sohnes Karl.

Lassen Sie mich nun mit der Versicherung meiner tiefsten Anteilnahme schließen.

Mit stillem Gruß bleibe ich Ihr

Herbert Merten Uffz.

Soll dieser Wahnsinn eine Fortsetzung finden?

Der Normalbürger hat nicht bemerkt und konnte auch nicht bemerken, auch dank unserer Qualitätsmedien, wie der alte Geist schon vor Jahren wieder aus der Flasche kroch und die bestimmende Denkweise der Hirne der, wie Prof. Michael Hartmann sie nennt, Herrschaftselite https://www.youtube.com/watch?v=AAyYRyL_lfU wurde.

Die Körber-Stiftung hat in 2007 ein „Policy Paper“ veröffentlicht, mit dem Titel: »Schluss mit der Heuchelei. Deutschland ist eine Großmacht«.

Doch »der Bundesrepublik fehlt es an Willen, global zu handeln«, stellt Eric Gujer fest. »Sie hat weder eine Strategie, was ihre Streitkräfte bewirken sollen, noch ein Konzept deutscher Interessen.« Roger de Weck, Herausgeber der Essay-Reihe »Standpunkte«, spricht mit dem Autor über multilaterale Verantwortung und ungenutzte Chancen der deutschen Außenpolitik.

Koerber-Stiftung

Ebenfalls in 2007 hat die Bertelsmann-Stiftung eine Umfrage veröffentlicht.

Studie: Jeder Zweite hält Deutschland für eine Weltmacht

Selbstbewusstsein oder Größenwahn? Die Hälfte der Deutschen hält ihr Land laut einer neuen Umfrage für eine Weltmacht – das Ausland sieht das deutlich anders.

Spiegel

Ich könnte hier noch zahlreiche „Studien“ verschiedenster Denkfabriken bringen, ich lasse es aber.

Am 26.06.2014 fand eine Pressekonferenz der Kommission zur Überprüfung und Sicherung der Parlamentsrechte bei der Mandatierung von Auslandseinsätzen der Bundeswehr statt. Ist von dieser Pressekonferenz etwas in den Medien berichtet worden? Nein. Die Kommission betont zwar, dass der Parlamentsvorbehalt nicht infrage steht (die Bundeswehr ist eine Parlamentsarmee, nur der Bundestag kann mit Mehrheit über Einsätze entscheiden), wenn dem so ist, wozu dann eine Kommission?

Kommission

Es werden doch sicherlich nur Winkeladvokatzüge ersonnen, um das Parlament in seinen Rechten in diesem Punkt zu beschneiden, oder diese Rechte „in dringenden Fällen“ einer kleinen Gruppe von notorischen Abnickern hinter verschlossenen Türen zu übertragen.

Das kennen wir doch schon.

Was kann der Bürger tun?

Da bin ich völlig illusionslos. Nichts. Natürlich kann man auf die Mahnwachen gehen und demonstrieren. Doch das interessiert die Herrschaftselite so viel, wie wenn der sprichwörtliche Sack Reis in China umfällt, wie die Occupybewegung gezeigt hat. Es gibt nur ein Mittel: Generalstreik, europaweit. Hier sind Gewerkschaften und Bürgerbewegungen gefragt.

Es reicht nicht mehr, irgendwelche Petitionen zu unterschreiben, oder auf irgendeinem Platz ein Plakat mit „Peace“ hochzuhalten. Auch Shitstorms in sozialen Netzwerken sind völlig unbrauchbar. Darüber lacht die Herrschaftselite nur und ist dankbar, das sich die „Chaoten“ outen.

Generalstreik, Arbeitsniederlegung für eine Woche, k0nzertiert. Das schafft mediale Aufmerksamkeit und setzt die Politmarionetten unter Druck. Krieg kostet Geld, entzieht der Herrschaftselite die Profite!

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4 Kommentare

  1. „Die Russen haben in einer solchen Menge Rohstoffe, dass man diese nicht alleine russischer Verfügungsgewalt überantworten sollte.“ – Da sieht man mal wieder, wie der Eigentumismus den Willen dirigiert.

  2. Pingback: Für all die Kriegsgeilen | König von Haunstetten

  3. Ich würde ja gerne spenden, aber ich komme über den Button nur auf die paypalseite, da kann ich dann aber auch nicht direkt Geld anweisen. Woran liegts?

  4. Pingback: Smart Business Concepts – Feldpost

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