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Ich bin jetzt „Stromsparer“

| 1 Kommentar

Ich habe den Begriff bewusst in Anführungszeichen gesetzt. Denn Sparen ist der falsche Begriff.

Sparen ist das Zurücklegen momentan freier Mittel zur späteren Verwendung, erklärt Wiki. Und da liegt auch schon der Hund begraben. Strom kann man nämlich nicht zurücklegen. Ich reduziere lediglich die Stromkosten.

Um diese Kosten zu senken, habe ich mir zuerst die Leuchtkörper vorgenommen. Im Flur ist an der Decke ein Verbund aus drei Halogenleuchten angebracht. Jede verbraucht 40 Watt. Flugs habe ich zwei rausgeschraubt. Das spart richtig, denn ich spare nicht nur Stromkosten, sondern auch an der Leuchtenbeschaffung.

Fällt die Verbliebene aus, habe ich zwei in der Reserve. Dieser Effekt ist nicht zu unterschätzen. Der Flur wird nun nicht mehr flutlichtartig ausgeleuchtet, aber es reicht völlig aus, um vom Wohnzimmer, ohne Schaden zu nehmen, das Bad zu erreichen.

Jetzt habe ich Blut geleckt. Im Wohnzimmer verrichten gleich drei Lampen ihre Leuchtarbeit. Den Deckenfluter mit angebrachter Leselampe habe ich sofort stillgelegt. Den werde ich wohl bei Ebay verkaufen.

Über dem Esstisch hängt eine Lampe aus Merano-Glas. Ein Prachtstück. Bislang tat in dieser eine 60 Watt Birne ihren Dienst. Nach eingehenden Tests habe ich festgestellt, dass auch eine 20 Watt Birne völlig ausreicht, um das schlechteste Fernsehprogramm aller Zeiten zu verfolgen.

Die dritte im Bunde fungiert als Hintergrundbeleuchtung in einem vitrinenartigen Wohnzimmerschrank. Völlig überflüssig. Welchen Sinn soll es haben, Gläser anzuleuchten? Also raus mit der Birne.

Nun ist das Bad dran. Ein aufwändig gestalteter Spiegel wird Sage und Schreibe von vier, ich wiederhole, von vier kleinen Neonröhren mit Licht versorgt. Jetzt weiß ich auch, warum ich Nachts immer so blass aussehe.

Aber es gibt hier ein Problem. Nehme ich eine dieser Röhren raus, funktionieren die anderen nicht mehr. Mir kommt ein grausamer Verdacht. Stecken die Energiekonzerne mit Lampen- und Mobiliarherstellern unter einer Decke?

Nein, kann nicht sein, das ist eine Verschwörungstheorie. Ich muss mich konzentrieren und nicht abwegigen Gedanken nachhängen.

Das Problem wurde auch schnell behoben. Einfach die Kontakte durchschleifen. Bingo! Drei Halo-Röhren raus.

Jetzt ist das Schlafzimmer dran. Braucht man Licht im Schlafzimmer? Nein, braucht man nicht. Das diffuse Licht meines Computermonitors reicht völlig aus, um unfallfrei die Horizontale zu erreichen. Also raus mit der Lampe.

Jetzt geht es an die Küche. Sieben von Neonröhren hintergrundbeleuchteten Hängeschränken zieren das Zentrum. Den Herd. Zusätzlich hängen an der Decke zwei LED-Spots. Mir war sofort klar, hier kann ich richtig Kosten sparen.

Neonröhrenlicht raus, und Spots an. Das reicht völlig. So, jetzt brauche ich eine kleine Pause. Zufrieden mache ich es mir auf der Relaxliege bequem. Aber halt, was ist mit meinem Büro? Also hoch, frischer Geist.

In meinem Büro bin ich nur tagsüber. Also alle Lampen, es sind deren zwei, raus. Nun ist es wohl geschafft. Ich spare. Schäuble hätte an mir seine wahre Freude. Möglicherweise würde er mich, würde ich mich bewerben, als Staatssekretär sofort einstellen.

Meine erste Amtshandlung wäre, diesen Granaten das Licht abzustellen. Aber Fähige bewerben sich nicht bei Schäuble. Warum auch. Wer möchte schon gerne mit Nullen zusammenarbeiten.

Ich liege auf meiner Relaxliege und rechne in einem leichten Dämmerzustand meine Ersparnis hoch. Da macht sich urplötzlich und völlig unerwartet ein Gedanke breit. Stand-By, Stand-By…..

Meinen Ruhezustand aufgebend, mache ich mich an die Quelle dieses Gedankens. Stand-By. Stimmt. Daran habe ich noch gar nicht gedacht. Wer braucht einen Stand-By-Modus von elektrischen Geräten? Hätte die allwissende EU hier nicht schon längst einschreiten müssen`?

Das haben die wohl in Brüssel übersehen, aber meinen neuen Staubsauger watttechnisch gedrosselt. Übrigens, das kann man geschickt umgehen. Wenn Chiptunning für Autos legal ist, dann ist Staubsaugertunning allemal legal.

Ich werde wohl daraus ein Geschäftsmodell entwickeln. Ein Start-Up sozusagen. Es gibt in Deutschland 42 Millionen Haushalte und jeder hat wohl einen Staubsauger. Ein Riesenmarkt.

Das wird eine Rakete. Okay, Rocket-Internet gibts schon. Egal. Die verbrennen jede Menge Kohle. Die habens eben nicht drauf. Windige Abzocker eben.

Meine Geschäftsidee basiert auf einer gesunden Basis. Und diese Basis ist die Dummheit.

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Bis dann…..

 

Ein Kommentar

  1. Du bist klasse!

    Die Sache mit den Staubsauger-Wattagen ist schon der Hammer, denn der Faktor t (=Zeit) wurde wohl aus der Gleichung ausgeschlossen. Wieviel Stunden am Tag wird gestaubsaugt? Und Profi-Staubsaugende Unternehmen werden sicherlich immer bei Hochleistungsstaubsaugern bleiben.

    Mal im ernst, ich habe meine Bude in den letzten 6 Jahren zwei mal gestaubsaugt. Ich besitze naemlich Handfeger und Kehrblech und laufe viel barfuss. Meine Auslegeware (Billige Schlaufe) sieht immer sauber aus und fuehlt sich immer sauber an.

    Aber die angeblichen Umweltschuetzer in EU etc. koennen sich nun schoen beweihraeuchern lassen. ALLE HEBEL haben sie in Bewegung gesetzt, um die Umwelt zu retten. Ob sie so besser einschlafen koennen? Wahrscheinlich nur, wenn sie ihre Luegen auch effektiv gegen sich selber einsetzen.

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