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Unschuldige Menschen

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Bei Anschlägen liest und hört man immer, es seien unschuldige Menschen gestorben.

Was sind denn bitteschön unschuldige Menschen? Sind das Menschen, die noch nie getötet haben? Dann wäre ja jeder Mensch unschuldig, nur weil er noch nie getötet hat. Und was sind dann schuldige Menschen?

Ist ein Mörder kein Mensch? Doch, ist er. Aber ist er ein Schuldiger? Ja, er hat Schuld auf sich geladen. Würde man bei einem Anschlag feststellen, dass ein Opfer ein Mörder war, lautet dann die Meldung „ein schuldiger Mensch ist unter den Toten“?

Klingt irgendwie blöd, oder? Und der durch die Medien sedierte Durchschnittsbürger denkt sich, naja, ein Schuldiger, dann ist es doch nicht so schlimm.

Wir sind sprachlich auf einem gefährlichen Weg.

Noch dümmer ist die Aussage, unschuldige Kinder verloren ihr Leben. Noch alles frisch?

Beliebt sind auch Wortkombinationen, wie „humanitäre Katastrophe“. Klar, jeder weiß was gemeint ist. Aber das Grauen wird mit Worten verschleiert. Wir werden subliminal durch Worte manipuliert. Direkt übersetzt heißt „humanitäre Katastrophe“ menschliche Katastrophe.

Haben Sie schon mal eine menschliche Katastrophe gesehen? Kann eine Katastrophe menschlich sein, um den auf der Leitung stehenden Lesern etwas nach zu helfen.

Nein, es gibt keine menschlichen Katastrophen. Es ist Hunger, Not, Leid und Tot!

Beliebt ist auch der Begriff Drohnenmord. Klar, weiß doch jeder was damit gemeint ist. Stimmt. Aber auch hier ist die Subliminalisierung deutlich. Es werden eben keine Drohnen ermordet, sondern Menschen!

Die gezielte Tötung von Menschen ohne Gerichtsverhandlung. Das sind auch die westlichen Werte die es zu verteidigen gilt, oder?

Ganze Abteilungen in Konzernen, Parteien und Medien arbeiten jeden Tag an der Umformulierung von Begriffen.

Nehmen wir den nächsten Begriff. „Too big to Fail“, einmal davon abgesehen, dass ca. 30 Prozent der Bürger diese Floskel mangels Englischkenntnissen  nicht verstehen können, also textlich und damit auch nicht inhaltlich. „Zu groß zum Fallen“, heißt das in der direkten Übersetzung.

Seit wann ist etwas zu groß, um Fallen zu können? Das erschließt sich mir nicht. Mit diesem Begriff wird impliziert, wehe wenn das Fallen sollte, dann bist Du dran. Es fällt auf Deinen Kopf.

Wer mag schon etwas auf seinen Kopf fallen lassen, besonders dann, wenn es sich um einen klugen Kopft handelt. Aber kluge Köpfe sind in der heutigen Zeit kurz vorm Aussterben.

Ganz beliebt ist auch der Begriff der „marktkonformen Demokratie“. Klingt doch super, oder? Da steckt Demokratie drin. Nein, tut es nicht. Das ist nur ein Label. Ich möchte ein Beispiel geben.

Was ist ein durch genetische Veranlagung bedingter Kinderliebhaber? Richtig. Unter dem Begriff Pädophiler ist das im Kopf entstehende Bild doch gleich deutlicher.

Wir müssen mehr auf Sprachlogik achten.

Und als letztes Beispiel möchte ich den kaum beachteten, aber millionenfach verbreiteten Begriff „Krieg gegen den Terror“.

Jeder weiß doch genau, was Sache ist, oder? Nein, weiß eben nicht jeder. Das Denkschema des sedierten Medienkonsumenten funktioniert beim Lesen so.

Terror = schlecht, Krieg gegen Terror =  gut.

In 80 % der Großhirnrindenbenutzer spielt sich das genau so ab.

Und das Spiel geht so. Der Begriff Krieg wird umgewertet. Krieg gegen den Terror wird positiv aufgenommen. Und so langsam sickert in die Hirne der von den Medien sedierten Konsumenten, dass der Begriff Krieg eine positive Seite hat.

Hat er aber nicht. Er bedeutet Tot, Elend und Not.

Dieser Artikel wird fortgeführt.

 

 

Ein Kommentar

  1. Danke fuer die Neusprech-Aufklaerung. Orwell war ein erkenntnisreicher Mann.
    Und Huxley hat relativ kurz vor seinem Tode gesagt, die ‚Schoene neue Welt‘ liegt deutlich weniger weit in der Zukunft, als er gedacht hatte, als er seinen Roman verfasste.

    Dass solche Unworte mehr und mehr in die Koepfe der Buerger wandern, welche diese dann unreflektiert wiederkaeuen, bereitet mir grosse Sorgen, denn der Sinn der Worte geht dabei verloren und es wird so sehr schwierig knapp, direkt und verstaendlich zu kommunizieren.

    Doch…
    „Too big to fail“ bedeutet direkt uebersetzt „Zu gross, um zu Scheitern“. „Fallen“ hiesse auf englisch ‚fall‘ und waere auch bei sinngemaesser Uebersetzung nicht meine erste Wahl, sondern die Worte ‚um Verantwortung zu uebernehmen‘.

    Interessant finde ich, dass auch immer die Bosse der ‚Too big to fail-Unternehmen‘ ‚To big to jail‘ sind. Ist wie mit der Richtermischpoke der Nazis. Von denen ist auch KEINER verurteilt worden. So ein Zufall.

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